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SILENCE

Ein Ausstellungsprojekt für den öffentlichen Raum mit Werken von Caty Forden, Zuzana Richter, Mathias Roloff, Felicia Scheuerecker

 

ÜBER DIE AUSSTELLUNG
Viel zu laut! Immer mehr Menschen fühlen sich in städtischen Zentren von Verdichtung und Informationsflut bedrängt. Ende 2019 bestätigte die „Charta der Neurourbanistik“ die Dringlichkeit, sich mit der Wirkung urbaner Kultur auf die Psyche auseinanderzusetzen. Unter dem Motto SILENCE erforschten die Künstler*innen CATY FORDEN, ZUZANA RICHTER, MATHIAS ROLOFF und FELICIA SCHEUERECKER sechs Monate lang das Thema im sich rasant verändernden Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Sie erarbeiteten ein Konzept zur Präsentation ihrer Werke im öffentlichen Raum, das Ruhe dorthin bringen kann, wo sich eine Tendenz zur Reizüberflutung bemerkbar macht. Die Ergebnisse dieses Prozesses sollten zusammen mit ausgewählten Originalen der Künstler*innen im April 2020 in der Galerie Salon Halit Art gezeigt werden. Da die Ausstellung leider ausfallen musste, ist sie jetzt hier digital zu sehen. Zwar wurde es zwischenzeitlich sogar zu ruhig – und das aus Gründen, die sich niemand wünschen konnte, doch bleibt das Thema langfristig aktuell.

DIE KÜNSTLERINNEN
„Urbane Reflexionen beschäftigen mich seit langem“ – so die Malerin CATY FORDEN. Ihre Stadtlandschaften sind Spiegel der Seele. Sie nehmen uns mit zu einer Spurensuche nach uns selbst im flirrenden Großstadtlabyrinth. Dort heben sie die Flüchtigkeit der Betriebsamkeit in der Spannung zwischen Vergangenem und Künftigem auf. Der Maler MATHIAS ROLOFF, dessen Werk mit Mythen und Traditionen kommuniziert, untersucht in seiner Arbeit, wie Abhängigkeiten auf das Handeln eines Individuums wirken. Seine Gemälde fragen danach, wie unser Dialog mit äußeren Einflüssen zu einer Verschiebung unserer moralischen Grenzen beiträgt. Roloffs Bildwelten erinnern uns an unsere Hinfälligkeit – jedoch nicht ohne eigenwilliges Leuchten.

Das Verborgene, Verdrängte, leicht Übersehbare steht im Fokus der Fotografin FELICIA SCHEUERECKER. Scheuerecker interessiert der Moment der konzentrierten Betrachtung, der erlaubt, Menschen und Körper auf immer wieder neue Art zu entdecken. Ihre streng komponierte Schwarzweißfotografie zieht uns hinein in ein befreiendes Spiel mit Geschlechteridentitäten. Innehalten ist für sie Notwendigkeit, weshalb sie sich für die Analogfotografie entschieden hat. ZUZANA RICHTER fotografiert dagegen digital, doch wirken ihre Bilder wie aus der Zeit gefallen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft begegnen sich darin wie Bewegung und Ruhe in einer kontemplativen Synthese. Die Arbeiten von Forden, Roloff, Scheuerecker und Richter schenken uns das, was sich viele zunehmend wünschen: Zeit und Raum, sich selbst zu begegnen.

SILENCE wurde begleitet von den Kurator*innen Michaela van den Driesch und Christian Kneisel.